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Presseecke

An Landeshauptmann Stelzer und Landesrätin Haberlander!
Kurz vor Weihnachten wurden den Frauenberatungsstellen maiz -autonomes zentrum von & für migrantinnen*, FIFTITU% -Vernetzungs- und Beratungsstelle für Frauen* in Kunst und Kultur in OÖ und Arge SIE – Beratung und Wohnen für wohnungslose Frauen kurzfristig mitgeteilt, dass die jährliche Förderung durch das Frauenreferat des Landes OÖ zu 100% eingestellt wird. Als Begründung wurde angeführt, die Tätigkeit der Frauenberatungsstellen gehöre nach den „neuen Förderkriterien“ nicht mehr zum Kerngeschäft des Frauenreferat.
Sie sind als EntscheidungsträgerInnen in der Politik dafür verantwortlich, dass alle Teile der Bevölkerung gleich-berechtigt in Österreich leben können.
Es muss Ihnen nicht gesagt werden, dass Frauen nach wie vor NICHT gleichbehandelt werden. Dass Migrantinnen, Musliminnen, farbige Frauen, Frauen mit besonderen Bedürfnissen, zusätzlich Diskriminierung erfahren, in allen Bereichen des sozialen und gesellschaftlichen Lebens.
Nun wollen sie genau jene Organisationen, die sich für und mit diesen Frauen für ihre Rechte einsetzen, den finanziellen Boden entziehen.
Wie können Sie das vor sich selbst rechtfertigen?
Sie sind nicht nur für ein gewisses Klientel oder einen bestimmten Teil der Gesellschaft zuständig, sondern für Alle! Für Alle bedeutet, dass damit AUCH diejenigen gemeint sind, die am meisten von Ausgrenzung, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit, sozialen Problemen betroffen sind!
Wie können Sie es verantworten, genau dort mit Kürzungen anzusetzen?
Sie kennen die Organisationen maiz, fifitu und Arge Sie. Diese Organsiationen leisten kulturelle und gesellschaftskritische Arbeit! Sie halten der Gesellschaft und der Politik einen Spiegel vor. Genau solche Organisationen sorgen dafür, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt, in moralischer und geistiger Hinsicht.
Sie bilden ein Gegengewicht zu rechtsgerichteten und autoritären Strömungen, die immer mehr polarisieren und Menschen gegeneinander aufhetzen.
Sie, als politische EntscheidungsträgerInnen zeichnen mit den Kürzungen dafür verantwortlich, dass sich beginnend mit Oberösterreich, der ganze Staat in eine zunehmend rechtsausgreifende Richtung bewegt.
Es kann sein, dass Ihnen die längerfristigen Auswirkungen Ihrer Entscheidungen nicht bewusst sind.
Besser Sie ändern Ihre Politik jetzt, denn für späte Einsicht kann es dann zu spät sein.
 
Graz, am 15.1.2018
 mit freundlichen Grüßen                                                                                       das Team von Somm
 
 
 

 

 

 

BFI begrüsst Trainerinnen mit Kopftuch!

Offener Brief von SOMM!


Sehr geehrte Frau Pöcheim!
Sehr geehrter Herr Gritz!
Wir als SOMM-Selbstorganisation von und für Migrantinnen und Musliminnen, sind sehr erfreut über den Ausgang der Kontroverse um das Kopftuchverbot am Bfi Steiermark.
Damit haben Sie ein klares Zeichen für Chancengleichheit und Partizipation gesetzt. Wir von SOMM kennen die Schwierigkeiten von koptuchtragenden Musliminnen am Arbeitsplatz Fuß zu fassen. Es wird von Seiten integrationsunwilliger PolitikerInnen immer wieder behauptet, wir würden eine Parallelgesellschaft schaffen, weil wir zu wenig mit der Mehrheitsgesellschaft interagieren. Aber wie sollen wir interagieren, wenn uns das wichtigste Mittel dazu, der Arbeitsplatz, weggenommen wird? Gerade für Frauen sind eine gute Ausbildung und ein Arbeitsplatz der sicherste Weg in ein selbstbestimmtes Leben. In unseren Kursen und Workshops zählt ab der Basisbildung das zu den grundlegendsten Inhalten, die wir mit den Frauen erarbeiten.
Frauenunterdrückung ist ein strukturelles Problem, das es heute wohl in allen Gesellschaften gibt. Es ist kein Monopol der muslimisch geprägten. Wenn Unternehmen und Institutionen Frauen mit Kopftuch das Arbeiten verbieten wollen, dann tun sie dasselbe wie Männer, die ihnen Vorschriften machen.
Wir streben an, dass das Bild der muslimischen Frau ein selbstverständliches wird. Wie wir von Frau Suleiman wissen, wurde das von ihren KollegInnen am Bfi so gelebt. Weder bei ihnen, noch bei KundInnen war das Kopftuch jemals Anlass für Äußerungen. Helga war Trainerin und Kollegin und gleich wie mit allen anderen wurde mit ihr umgegangen. In den Bfis anderer Bundesländer ist das ebenso gelebte Praxis.
Die Realität ist also schon lange weiter als es scheint. Die Rufe aus der blau/schwarzen Ecke sind lautlos. Sie finden nur noch bei denen Anklang, die kaum mit MigrantInnen/MuslimInnen zu tun haben.
Nach dieser Entscheidung sind wir zuversichtlich, was die Zukunft betrifft. Die Gewerkschaften wissen, dass ArbeitnehmerInnen immer mehr multikulturell zusammengesetzt sind. Der Zusammenhalt unter ihnen ist wichtig für eine starke Interessensvertretung.
Das Frauenreferat der Arbeiterkammer steht auf der Seite der Frauen und erteilt Spaltungsversuchen eine Absage.
Wir werden uns weiterhin für die Interessen der Musliminnen und Migrantinnen einsetzen. Wir freuen uns dafür verlässliche PartnerInnen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Khatera Sadr
Roswitha Al-Hussein
für SOMM

 

 

 

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